25. November 2017

Yukon - eine Reisebloggerin berichtet



Sagt euch der Name Yukon etwas? Das Wort leitet sich von yu-kun-a ab und bedeutet "Großer Fluß" auf Gwich'in-Indianisch. Es ist aber auch ein großes Territorium im äußersten Nordwesten Kanadas, welches ungefähr so groß ist, wie Deutschland und Österreich zusammen.
Es hat aber nur 38.000 Einwohner.

Durch einen Zufall habe ich die Reisebloggerin Hanife (ihr Blog: Reiserouten) kennengelernt. Sie ist  gerade dort und es ist bereits seit längerem der Winter eingekehrt. 


Ich finde ihre Reiseart unglaublich spannend habe ihr ein paar Fragen gestellt:


Du bereist gerade Kanada. Wo genau und seit wann? Und warum?


Ich bin seit dem 3. September in Kanada und zwar im Yukon. Der Yukon liegt im Norden von Kanada und grenzt an Alaska. Die Frage kann ich leider nicht allzu kurz beantworten, da meine Ursprungspläne ganz anders aussahen als es sich mittlerweile ergeben hat. Aber das gehört wohl zum Reisen...
Zusammen gefasst kann ich sagen, dass es mein Plan und ein tiefes Bedürfnis war, einfach eine ziemlich lange Zeit alleine in der Wildnis zu sein, etwas über die Natur zu lernen und vor allem viel Zeit für mich und fürs Schreiben zu haben. Dass es dann Kanada wurde hat sich ganz zufällig ergeben, da ich einen Aushang im forstwirtschaftlichen Institut gesehen hatte, der mich ansprach. Eigentlich bin (oder war) ich nicht so für das „um die Welt reisen mit Flugzeug“ und bevorzuge es einfach mit meinem Rad unabhängig und alleine unterwegs zu sein.  Mittlerweile ist es so, dass ich eigentlich kaum allein war und sehr viele Menschen getroffen, Erfahrungen gesammelt, Worte gewechselt habe, was aber auch sehr schön war (und ist) und obwohl ich eigentlich nie Winter- Fan war (Ja, ich weiß...ich dachte ich würde in einer Hütte sitzen und schreiben), bin ich das jetzt glaube ich mittlerweile sogar ein wenig geworden.
Wielange möchtest du noch bleiben?
Eine schwierige Frage… Was ich möchte ändert sich von Tag zu Tag und gerade ist es so, dass ich noch gerne länger im Yukon bleiben würde. Mein Flug geht jedoch am Samstag weiter nach Vancouver, deshalb liegt diese Entscheidung nicht bei mir, auch aus finanziellen Gründen.
Wo übernachtest du und wieviel zahlst du dafür?
Zuerst habe ich eine Art Workaway gemacht bei einem Familienunternehmen, wo ich danach auch das Housesitting gemacht hätte und allein gewesen wäre. Dies war eigentlich für die ganze Zeit im Yukon so geplant, sodass ich keine Ausgaben gehabt hätte. Ich habe davor etwas gespart für die Zeit in Vancouver und Island. Da ich bei der ersten Workawayfamilie dann jedoch nur vier Wochen war, musste ich mit dem Geld besser haushalten. Ich habe mir dann noch eine anderen Workaway Host gesucht, dort war ich fünf Wochen und gerade mache ich ein Mix aus Workaway, Couch surfen, Leute, die ich kennen gelernt habe besuchen und so weiter… In Vancouver werde ich ebenfalls Couchsurfen und ein paar Nächte im Hostel schlafen.
Wie finanzierst du deine Reise?
Wie gesagt habe ich etwas gespart, muss aber gut nach dem Geld gucken. Nach Kanada war noch eine Portugal Reise geplant, die ich jetzt erst einmal verschieben werde, da ich in Deutschland erst wieder Geld verdienen muss. Da ich kein Work Visa habe, kann ich hier nur für Essen und Unterkunft arbeiten aber nicht legal Geld verdienen.
Ich gebe allerdings auch nicht viel aus, Lebensmittel und ab einen Kaffee für meine Gastgeber und mich..
Was war dein bisher schönstes Erlebnis dort?
„Ein“ schönstes Erlebnis gab es nicht. Ich hatte sehr sehr viele schöne Erlebnisse bisher. Zu diesen zählen sehr viele Begegnungen mit Menschen, die hilfsbereit waren als es mir nicht gut ging, zu sehen, dass sich alles immer irgendwie wendet, Gespräche mit eigentlich Fremden, bei denen man sich dann den Menschen sehr verbunden fühlt, den Gipfel vom Chillkoottrail erreichen, das erste mal Nordlichter sehen, im Schnee am Feuer sitzen, einen Wolf treffen, draußen schlafen...und was mich bisher wirklich sehr glücklich gemacht hat: als ich bei -20° mit dem Fahrrad 30km den Highway entlang gefahren bin um einen Freund im Tiny House zu besuchen.


Was hat dich am meisten überrascht?
Die Offenheit der Kanadier, mich selbst noch einmal ganz anders kennen zu lernen, dass die Menschen wirklich sehr viel geben ohne etwas dafür zu verlangen. Und, dass es extrem viele Deutsche hier gibt, was ich tatsächlich etwas erschreckend finde. 😉
Gibt es kanadische Gerichte, die du gerne ißt? Welche?
Tatsächlich gibt es keine kanadischen Gerichte, die ich kennen gelernt habe, welche ich gerne essen würde. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich mich Vegan und glutenfrei ernähre. Die meiste Zeit habe ich mit den anderen Menschen zusammen oder für sie gekocht und konnte so entscheiden, was ich esse. Die kanadische Küche ist allerdings auch nicht wirklich für ihre Kulinarik bekannt. Gestern waren wir bei Freunden zum Essen und es gab recht leckere Cranberry Sauce, die ausnahmsweise nicht total verzuckert war. Und ich mochte die Blaubeeren, die am Chillkoottrail wuchsen. Und blaue Maischips.
Und welche Lebensmittel, die du dort kennengelernt hast, schmecken dir garnicht?
Das meiste, weil es total viel Zucker enthält oder Fastfood ist.
Man sagt, in Kanada hat man seine Ruhe und ist alleine. Stimmt das?
Also wie bereits gesagt, war ich nicht viel alleine aber ruhig ist es hier. Kanada ist jedoch riesig, ich kann also nur für einen kleinen Teil des Yukon sprechen. Ich glaube, gerade weil hier so viele Menschen sind, die abseits leben, sind sie teilweise sehr kommunikativ, denn diese Menschen haben ja sonst viel Zeit für sich alleine.
Du hast bereits andere Länder bereist. Welche?
Kleine Teile Frankreichs, Portugal, Marokko, Türkei, Tunesien, kleine Teile der Schweiz, einen Mini Teil Italiens.
Welche Länder haben dir bis jetzt am besten gefallen?
Portugal, mein absoluter Favorit, wegen der Atmosphäre, der Landschaft, dem Klima, und den Menschen. 
Die Sahara in Marokko, dort war ich nur sehr kurz aber es war unbeschreiblich und auch dort spielte es eine große Rolle, bei was für liebenswerten Menschen ich war. Eigentlich gefällt mir überall immer irgendetwas. Und ich finde Deutschland tatsächlich wunderwunderschön und habe auch dort noch viel zu wenig gesehen von dem, was Deutschland an atemberaubender Natur zu bieten hat.
Und welche möchtest du noch bereisen? Aus welchem Grund?
Da habe ich keine Präferenzen. Ich fühle mich eigentlich in Freiburg sehr wohl. Ich möchte aber auf jeden Fall noch mal nach Portugal, vielleicht auch für länger und mit dem Rad. Es wäre auch schön in Gibraltar den Sternenhimmel zu betrachten und noch einmal in die Sahara in Marokko zu reisen. Meine beste Freundin und zugleich der liebste Mensch der Welt lebt mittlerweile in Brasilien, da sollte ich vermutlich mal hin. Und nach Finnland, meinen besten Freund besuchen. Und einmal wieder in die Türkei, zu meiner lieben Oma. Jetzt kann ich mir sogar noch einmal vorstellen hierher zu kommen.
Und in zwei Wochen werde ich für eine Woche in Island sein.

Vielen lieben Dank für die Beantwortung der Fragen und die Bilder liebe Hanife! Es hat mich sehr gefreut, dass du dir dafür Zeit genommen hast.

Das Interview habe ich Mitte November geführt. Am 1.12. fliegt sie weiter nach Island.
Ich werde sie bald fragen, wie es war und die Antwort natürlich hier verbloggen. Versprochen!


Gewinnspiel Auflösung

Und jetzt habe ich für euch noch die Gewinner des Herbst-Gewinnspieles:

Buch "Gartengestaltung": Josef M.

Buch "Einfach schöne Beete": Anette R.

Buch "Pflanzenrezepte": Petra H.

Buch "Frauen und ihre Gärten: Sabine P.

Alle Gewinner werden persönlich benachrichtigt.
Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit den Büchern!!!

Eure Tatjana <3

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