30. September 2017

Unser Garten im September + Kaninchen-News + Interview mit Viola von kaninchenwiese


Vor lauter Gartenreise habe ich es total verpasst im Juli und August über unseren Garten zu berichten. Unseren eigenen. 
Das hat auch einen Grund: im Juli hat es mich gepackt (kennt ihr bestimmt ;)) und ich habe soviel aus- und umgepflanzt, dass er erstmal etwas zerrupft aussah. 

Jetzt im Herbst zeigt er sich wieder von seiner schönen Seite, was ich den vielen Astern zu verdanken habe. Meine Lieblingsecke ist gerade diese hier:


Die Aster "Lutetia" blüht hier einfach wunderschön und ausdauernd. 

Hier ein Bild vom Juli, dass ich euch auch zeigen möchte. Mit dem Digitalis ferruginea, einem rostbraunen Fingerhut, der bis zu 160/180 cm hoch werden kann. Bei mir wurde er 100 cm hoch, warum auch immer. Ich hatte ihn zahlreich bestellt und in jedes Beet gesetzt. So dass er verschiedenen Zonen ausgesetzt war: trockenem, frischem, normalem Boden, Sonne, Halbschatten, magerem und Boden mit viel Kompost. Aber er wurde immer nur 100 cm hoch. Und wunderschön..


Wenn ich Herbst-Anemonen pflanze, brauchen sie bei mir mehrere Jahre, bis sie blühen. Nur auf Beetflächen mit viel Kompost geht es schneller. Plus viel Sonne und viel Wasser. 
Hier die Anemone Japonica "Pamina", auch noch relativ niedrig.


Und die schöne weiße Herbst Anemone Japonica "Whirlwind":


Heute morgen war es endlich sonnig und ich hatte endlich Zeit in Ruhe alles zu fotografieren. Die erste Septemberhälfte war hier in Oberbayern sehr herbstlich und kühl. Aber wir wollen mal nicht meckern, dafür hatten wir einen Traumsommer.


Zwei Bilder aus dem Juli/August:
Oben die dankbare und sehr lange blühende Scabiosa ochroleuca. Sie blüht bei mir von Juli bis zum Frost ohne, dass man sich um sie kümmern muß. Man muß nichts Verblühtes wegschneiden, nichts.
Und Bienen wie Hummeln lieben sie..


Meine schönste Monarda (Indianernessel, unten)! Sie wächst, ist gesund und blüht auch jetzt noch, obwohl sie einer der ersten ist, die im Sommer anfangen zu blühen. Alle anderen Monarden sind bereits völlig verblüht. 


Achja, warum ich heute "unser Garten" schreibe: er gehört ja nicht nur mir, sondern auch meinen Nachbarn, die über uns wohnen. Es ist ein Garten, den alle im Haus nutzen dürfen. Nur habe bis jetzt nur ich Lust und Zeit ihn zu bepflanzen/pflegen, wogegen ich nichts einzuwenden habe ;)


Neues von unseren Kaninchen!

Jetzt aber zu unseren Kaninchen! Da hat sich einiges geändert. Ihr wisst ja, wir haben seit fast zwei Jahren zwei Kaninchen, hier hatte ich schon von ihnen berichtet: KLICK.

Doch Ende August ist Hoppel, der graue Widder plötzlich verschwunden. Im Freilauf lag über all ausgerupftes Fell, daher vermute ich, dass ein Raubtier oder -vogel ihn mitgenommen hat.
Nun war Minka alleine. Kaninchen sollen nicht lange alleine sein, also haben wir uns dazu entschieden nach ein paar Wochen ein neues Kaninchen zu holen.

Also habe ich im Tierheim nachgefragt und meine Schwester hat sich herumgehört. Sie ist im Katzenverein und kennt den ein oder anderen in der Tierhilfe.
Und wie das Leben so spielt hat sie schnell jemanden gefunden: Anna.
Sie hat vor kurzem erst 12 Kaninchen von einem Züchter gerettet. Dieser wollte sie an einen Schlachter verkaufen, weil er umziehen mußte/wollte.
Zwei davon haben wir genommen.
Zufällig schauen beide aus wie Hoppel. Eigentlich wollte ich das vermeiden, aber dafür können die beiden ja nichts.

Vergesellschaftung von Kaninchen

Nun mußten sie vergesellschaftet werden. Anna war so nett und hat das mit meiner Schwester zusammen bei sich zuhause gemacht (wir waren in Island und meine Schwester hat sowieso auf Minka aufgepasst). Auf was mußten sie achten:

- der Raum der Vergesellschaftung sollte möglichst fremd sein für jedes Kaninchen. Wenn sie draußen leben, sollte es drinnen sein und umgekehrt. So hatten sie den Waschraum gewählt.
- alle Kaninchen müssen gleichzeitig hineingesetzt werden
- wenn es Häuschen gibt, sollten sie zwei Eingänge haben (Fluchtmöglichkeit)

Was passierte? Garnichts. Alle drei verstanden sich prächtig.

Dann holten wir sie ab und brachten sie zu uns nach Hause. Dort ging es dann los: Minka war wieder in ihrem Revier und jagte beide abwechselnd. Aber das ist am Anfang normal.
Nach 1-2 Tagen beruhigten sich alle wieder und Minka hatte klar gemacht, dass sie der Boss ist.

Gartenhaltung

Vor einer Woche haben wir alles winterfest gemacht. Das bedeutet bei uns:

- das Gehege und der Stall kommen auf die wind- und regengeschützte Terasse
- alle Gitter am Zaun entlang werden kontrolliert

- und die Kaninchen dürfen jetzt bis Februar im ganzen Garten herumhoppeln!

Was ihnen sehr gefällt! Sie haben nun viel Fläche, noch mehr Gras und leckere Blumen.
Vorallem Astern und Phlox schmecken besonders gut. Auch Nelken..


Das ist Paulchen, einer der zwei Neuen. Er mag Astern und Nelken besonders gerne..
Deswegen dürfen sie nur von September bis Februar im kompletten Garten rumlaufen. Sonst wäre alles kahl. Im Herbst/Winter stört das nicht.
Von Februar bis September haben sie einen abgetrennten Teil des Gartens für sich (40qm).


Und das ist Minka. Sie kennt ihr schon. Sie ist der Boss.. (unten)


Und das ist Putzi. Sie ist etwas schüchtern und vorsichtiger als die anderen beiden. Und größer.. (unten)


Hier alle drei zusammen: (unten)


Das Gehege, in das sie immer rein und raus können:
(die Puppenbetten werden übrigens intensiv genutzt)



Suchbild: wo entspannt sich Putzi gerade?


Paulchen und Minka mögen sich besonders gerne.


Und sie haben soviel Platz zum Toben..




Kaninchenwiese.de

Ihr wollt noch mehr wissen über die Vergesellschaftung und die Aussenhaltung, vorallem im Winter?
Dann kann ich euch die Seite www.kaninchenwiese.de empfehlen. Dort bleiben keine Fragen offen.

Viola von Kaninchenwiese war so nett und hat sich für ein Interview Zeit genommen:


Interview mit Viola von kaninchenwiese: 


Wie kamst du zu der Idee die Seite kaninchenwiese.de zu erstellen?
Eigentlich hat alles mit einer kleinen Ernährungsseite angefangen, weil mir die
Ernährung, die damals verbreitet wurde, nicht zusagte und ich eine andere
Ernährungsform vorstellen wollte. Damals galt es als schädlich, mehr als 100g
Frischfutter je Kilo Körpergewicht zu verfüttern, mir wurde sogar vorgeworfen,
dass ich mit meinen Infos Kaninchen "umbringe", die durch das Frischfutter an
Durchfall sterben. Die "Ernährungsmythen" in denen ich erklärte, wie Kaninchen
in freier Wildbahn fressen und was das für die Hauskaninchen bedeutet, waren
sehr beliebt und es kamen auch immer mehr Fragen zur Haltung, Pflege und
Gesundheit. Bevor ich jede Mail mit den gleichen Infos beantworten muss, dachte
ich, dass es sinnvoll ist, es gleich öffentlich auch in diese Richtung
auszubauen. Und weil die Infos gerne genutzt wurden, wuchs die Seite stetig und
wurde immer ausführlicher.

Seit wann gibt es die Seite? Und hast du Helfer?
Das Projekt gibt es seit neun Jahren, allerdings waren es am Anfang nur ein paar
wenige Ernährungsinfos. Anfangs konnte ich die Anfragen noch selbst beantworten,
mittlerweile ist das leider nicht mehr möglich, da über E-Mail, Telefon, die
Facebook-Seite, die Kommentarfunktion direkt auf der Seite und hier vor Ort
täglich etwa 30-50 Fragen eingehen. Deshalb unterstützen mich zur Zeit vier
Kaninchenhalter bei der Beantwortung von Fragen. Die Artikel schreibe und
aktualisiere ich allerdings zum Großteil selbst. Bei der Pflege der Tiere vor
Ort in der Notstation und der Tierschutzarbeit im Umland habe ich
glücklicherweise auch Hilfe.
  
Du hast selber Kaninchen. Wie viele? 
Momentan sind es sechs eigene Kaninchen, die hier fest wohnen und nicht
vermittelt werden.

Ich finde es super, dass du sie im Garten freilaufen lässt.
Viele haben dann Bedenken wegen der Greifvögel, Katzen usw. Was denkst du
darüber?

Zu dem Thema gibt es sicherlich unterschiedliche Ansichten, so wie auch zur
Haltung von Katzen (Freigänger oder Wohnungstier). Wenn man sie allerdings
einmal freilaufen hatte, kann man sie kaum noch im Gehege halten, weil es so
viel mehr Lebensqualität bedeutet. Deshalb würde ich es jedem empfehlen, der
dazu die Möglichkeit hat. Dadurch leben die Kaninchen auch mehr beim Halter, als
wenn sie separat in einem Gehege sind. Meine Kaninchen kommen auch auf die
Terrasse und sind immer mit dabei, wenn man im Garten ist.
Selbstverständlich sollte aber der Gartenfreilauf entsprechend vor Hunden (Zaun)
und Entkommen gesichert sein. Kaninchen haben einen natürlichen Instinkt und
fliehen unter Unterschlüpfe, wenn Greifvögel oder Flugzeuge kommen. Dazu sollten
sie auch die Möglichkeit haben. Jungtiere sind nicht für solch einen Freilauf
geeignet, sie brauchen auch tagsüber ein dichtes Netz oder ein mardersicheres
Gehege. Das gleiche gilt für alte oder kranke Kaninchen. Die Katzen der Umgebung
sollte man sich genauer anschauen, die meisten sind allerdings keine Gefahr für
Kaninchen. Viele Halter machen den Fehler, die Kaninchen abends zu lange draußen
zu lassen. Sobald es dämmert, werden Marder aktiv. Dann müssen die Kaninchen in
ein mardersicheres Gehege.
Wenn man diese Vorgaben einhält, leben Freilaufkaninchen sehr sicher, sicherer
als Freilaufkatzen. Verluste sind extrem selten und meistens darauf
zurückzuführen, dass diese Punkte nicht eingehalten wurden. Ich habe noch kein
einziges Kaninchen an Freilaufgefahren verloren. 

Kann man irgendwo für deine Seite oder allgemein für Kaninchenhilfe spenden?
Ja, man kann für die Nottiere spenden, die oft viele Tierarztkosten verursachen.
Ich nehme auch oft kranke oder vernachlässigte Tiere auf, die länger brauchen um
gesund zu werden und auf intensive medizinische Pflege angewiesen sind. Die
Kontodaten und Infos finden sich unter www.kaninchen-adoption.de
Kaninchen sollen ja mindestens zu zweit sein und ausreichend Platz haben. 

Was macht man am besten, wenn man irgendwo welche sieht, bei denen das nicht der
Fall ist?

Am besten spricht man die Halter freundlich darauf an und gibt ihnen Infos oder
Flyer in die Hand. Die meisten Menschen halten ihre Tiere nicht aus
Boshaftigkeit falsch, sondern weil sie es nicht besser wissen. Ich habe die
Erfahrung gemacht, dass fast alle Halter nur das Beste für ihre Kaninchen
wollen, es fehlt aber an Wissen oder Umsetzungsmöglichkeiten. Wenn das Interesse
an den Tieren fehlt, werden sie oft auch abgegeben. 

Was möchtest du unbedingt noch loswerden?
Ich glaube, dass jeder im Kleinen etwas verändern kann. Wenn jeder
Kaninchenhalter mit offenen Augen durch die Gegend geht und nicht wegschaut,
wenn ein Kaninchen falsch gehalten wird, kann man vielen Tieren helfen.
Natürlich kann man nicht jedes Kaninchen auf der ganzen Welt retten, aber die
ganze Welt eines Kaninchens. 

Vielen Dank für das Interview. Es hat mich gefreut, dass du dir die Zeit
genommen hast.

Es gibt seit neuestem übrigens auch die Seite www.meerschweinchenwiese.de :)

Eure Tatjana <3

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